Author: Johannes Bluth • Zuletzt aktualisiert am • Kategorie: Aktuelles • Lesezeit: 1 Min.

Mehr Macht für Verwalter? Streitpunkte im neuen WEG

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    Das neue Wohnungseigentumsmodernisierungsgesetz (WEMoG) ist am 1.12.2020 in Kraft getreten und verändert unter anderem die Stellung des Hausverwalters in der WEG. Wie und in welchem Umfang, erfahren Sie in diesem Beitrag.

    Recht auf einen zertifizierten Verwalter

    Laut der neuen WEG-Reform gibt es nach wie vor keinen verbindlichen Sachkundenachweis. Doch nun hat jeder Wohnungseigentümer das Recht, einen zertifizierten Verwalter (samt Sachkundenachweis) zu verlangen.

    Ein zertifizierter Verwalter muss vor einer Industrie- und Handelskammer eine Prüfung ablegen, um zu beweisen, dass er die notwendigen rechtlichen, kaufmännischen und technischen Kenntnisse zur Ausübung der Verwaltertätigkeiten verfügt.

    In Deutschland war nämlich der Beruf des Verwalters lange nicht entsprechend geregelt, es konnte praktisch jeder Verwalter werden. Seit 2018 müssen jedoch laut Gesetz (§ 34c Gewerbeordnung) bestimmte Anforderungen erfüllt sein, um sich als Verwalter bezeichnen zu dürfen.

    Künftig mehr Befugnisse für Verwalter

    Der Verwalter kann ab sofort eigenverantwortlich und ohne Beschlussfassung über Maßnahmen bestimmen, die nicht zu erheblichen Verpflichtungen führen (§ 27 Abs. 1 Nr. 1 WEG-neu).

    Der Maßstab für diese Maßnahmen ist die Größe der Anlage. Je größer die Anlage, desto mehr Maßnahmen darf der Verwalter in Eigenverantwortung treffen. Weitere Informationen hier.

    Außenvollmacht für Verwalter

    Verwalter besitzen gemäß dem neuen WEG im Außenverhältnis eine unbeschränkte Vertretungsmacht für die Gemeinschaft (§ 9b Abs. 1 WEG-neu). Doch es gibt einige Ausnahmen.

    Etwa beim Abschluss von Grundstückskauf- oder Darlehensverträgen muss vorher ein Beschluss von den Wohnungseigentümern gefasst werden.