Author: Johannes Bluth • Zuletzt aktualisiert am • Kategorie: Aktuelles • Lesezeit: 2 Min.

WEG-Novelle – Die wichtigsten Änderungen

© Raul Petri / Unsplash

    Das neue Wohnungseigentumsgesetz (WEG) ist am 1. Dezember 2020 in Kraft getreten – mit gravierenden Folgen für Eigentümer, Mieter und Hausverwalter.

    Grundgedanke des neuen Wohnungseigentumsmodernisierungsgesetzes (WEMoG) ist es, die Modernisierung von Wohneigentum zu fördern und bürokratische Hürden abzubauen.

    Die drei wichtigsten Neuerungen für Eigentümer finden Sie hier auf einen Blick:

    1. Einfacher Mehrheitsbeschluss bei Eigentümerversammlung

    Ab sofort reicht eine einfache Mehrheit aus, um Beschlüsse auf der Eigentümerversammlung zu fassen. Auch die Sperrminorität wird aufgehoben, sodass die Anzahl der anwesenden Eigentümer für die Beschlussfähigkeit keine Rolle mehr spielt.

    Bisher mussten alle Schriftstücke rund um die Eigentümerversammlung in Papierform vorliegen bzw. verschickt werden. Nun wird alles digitaler: Eigentümer können per Video-Chat zugeschaltet werden und mitbestimmen. Eine Einladung zur Eigentümerversammlung per E-Mail ist möglich.

    Ziel: Beschlüsse können nun wesentlich schneller gefasst werden, um einem Investitions- und dadurch Modernisierungsstau entgegen zu wirken.

    Pro Contra
    Schnellere Umsetzung von Sanierungsmaßnahmen Gefahr der Lagerbildung unter den Eigentümern
    Höhere Effizienz und Attraktivität von Eigentümerversammlungen Benachteiligung von verhinderten Eigentümern
    Digitale Dokumentation möglich

    2. Mehr Macht für Hausverwalter

    Das Handeln der Hausverwalter musste bisher in enger Abstimmung mit den Eigentümern erfolgen. Ab sofort können sie weitaus freier agieren und eher wie Geschäftsführer des Gemeinschaftseigentums fungieren.

    Zum Beispiel sollen sie Aufträge an Handwerker und andere Dienstleister auch ohne Zustimmung der Eigentümer erteilen dürfen.

    Dafür können Eigentümer aber auch von Ihrem Verwalter einen Sachkundenachweis verlangen, der bei der zuständigen IHK erfolgt. Damit ist eine weitere Professionalisierung des Verwalterberufs zu erwarten.

    Eine Wohnung wird renoviert – in der Praxis brauchen Hausverwalter nach wie vor die
  Zustimmung der Eigentümer, um Aufträge an Handwerker zu vergeben. © Annie Gray / Unsplash

    Ziel: Die alltägliche Verwaltung des Gemeinschaftseigentums wird effizienter und unabhängiger von den Eigentümerversammlungen.

    Pro Contra
    Schnellere Vergabe und Umsetzung von Dienstleistungen Werden Beschlüsse falsch umgesetzt oder Aufträge mangelhaft ausgeführt, haften weiterhin die Eigentümer
    Es besteht zusätzlich die Gefahr, dass diese Kosten auf die Mieter umgelegt werden

    Übrigens: Der neue Gesetzentwurf stärkt zwar die Hausverwalter, erleichtert aber auch die Abberufung einer Hausverwaltung. Bislang musste dafür ein “wichtiger Grund” vorliegen, nun kann die Eigentümerversammlung frei darüber entscheiden. So wird man etwa untätige Verwalter leichter wieder los als in der Vergangenheit.

    3. Mehr Raum für E-Mobilität

    Wer sein E-Auto gerne in der Tiefgarage laden und dafür eine entsprechende Station einbauen möchte, braucht dafür bisher die Zustimmung aller Eigentümer. Ab sofort wird dies auch ohne Beschluss auf eigene Kosten möglich sein. Gleiches gilt für Maßnahmen zur Barrierefreiheit und dem Einbruchschutz.

    Ziel: Die Elektromobilität soll gefördert werden.

    Pro Contra
    Eigentümer werden zu klimafreundlichem Verhalten ermuntert Unklare Kostenverteilung
    Kleinere Aus- und Umbauten können nach Wunsch durchgeführt werden

    Fazit

    Das Wohnungseigentumsmodernisierungsgesetz (WEMoG) ist nicht nur ein Wortungetüm, sondern ändert in seiner jetzigen Form auch entscheidend die Verwaltung des Gemeinschaftseigentums.